Malen in verschiedenen Aquarelltechniken

Aquarell mit Brusho-Kristallen und Zwirntechnik
Aquarell mit Brusho-Kristallen und Zwirntechnik

Malen mit Zwirn, Tinte und Brusho-Kristallen

 

22. Juli 2017

 

Eine interessante Art, abstrakte Aquarelle zu komponieren, ist die Verwendung von Brusho-Kristallen. Die Größe der Kristalle entspricht etwa feinem Sand. Benötigt werden immer nur wenige Kristalle, denn die stark pigmentierten Körnchen produzieren ein Feuerwerk an Farbintensität, sobald sie mit etwas Wasser in Berührung kommen. 

 

Um mein Motiv mit spontanen Linien zu ergänzen, habe ich eine Art des "Zeichnens" verwendet, die wohl schon länger bekannt ist. Ich entdeckte sie erst kürzlich und musste sie sofort ausprobieren!

 

Eine Liste mit Materialien findet Ihr am Ende des Beitrags.

 

Aquarellpapier, Zwirn, Tinte und Pipette
Aquarellpapier, Zwirn, Tinte und Pipette

 

Materialien und Hilfsmittel

 

Mithilfe von Nähgarn und flüssiger Farbe sowie zwei Blättern Papier lässt sich eine überraschende Struktur herstellen. Ich habe in diesem Fall Zwirn genommen, damit die Linien nicht zu fein wurden. Davon habe ich mehrere Stücke von etwa 30 cm abgeschnitten und bereit gelegt.

 

Für das Motiv habe ich glattes Aquarellpapier verwendet, zum Aufdrücken normales Schreibpapier. Damit sich die Fäden nicht verknoten, habe ich etwas schwarze Tinte in die Vertiefung eines Joghurtdeckels gegeben, was am besten mit einer Pipette funktioniert. Um meine Hände sauber zu halten, habe ich Einmalhandschuhe angezogen. 

 

Nach dem Herausziehen des Fadens ist eine Figur mit Schattierungen entstanden.
Nach dem Herausziehen des Fadens ist eine Figur mit Schattierungen entstanden.

 

Tintendruck mit Faden

 

Dann wurde es spannend: Den ersten Faden habe ich in die Tinte getaucht und mit der Pipette etwas nachgeholfen, damit sich der gesamte Faden bis auf 5 cm vollsaugen konnte. Das trockene Ende dient zum Festhalten, Herausziehen und auf das Papierlegen. 

 

Sobald ich mit dem eingefärbten Faden auf dem Aquarellpapier eine Form gelegt hatte, wobei ich das trockene Ende nach unten zog, presste ich das Schreibpapier ein paar Sekunden lang auf den Faden, zog ihn vorsichtig nach unten weg und deckte die "Zeichnung" auf. Entstanden war eine Figur, die einer Blüte ähnlich sah. Durch das Herausziehen des Fadens ergeben sich an verschiedenen Stellen Schattierungen.

Brusho-Kristalle können auch nachträglich befeuchtet werden.
Brusho-Kristalle können auch nachträglich befeuchtet werden.

 

Diesen Vorgang wiederholte ich einige Male, wobei ich die Fäden teilweise schräg nach unten zog. So wurde das gesamte Motiv nicht zu gleichmäßig. Anschließend wollte ich es noch ein wenig kolorieren.

 

Brusho-Kristalle sparsam verteilen

 

Vorsichtig sprühte ich etwas Wasser auf das getrocknete Motiv, damit sich die Brusho K auflösen konnten. Da die Tinte nicht wasserfest ist, wurde auch sie teilweise angelöst und verschwamm an einigen Stellen. Wer das nicht möchte, sollte unbedingt ein wasserfestes Produkt wählen. Eine Weile ließ ich die Farbkristalle von allein mit dem Wasser reagieren, dann half ich mit einem schrägen Aquarellpinsel an einigen Stellen nach, um bestimmte Effekte zu erzielen und Verbindungen zu malen.

 

Tipps für das Arbeiten mit Brusho

 

Es empfiehlt sich, den Pinsel zwischendurch immer gut mit klarem Wasser zu reinigen, damit keine unerwünschten Farbmischungen entstehen. Außerdem würde ich immer nur kleinste Partien bearbeiten, damit sich die Farbe nicht über das gesamte Motiv verteilt und am Ende alles zugemalt ist. Mir gefällt es am besten, wenn ein Aquarell viele weiße Stellen enthält, um die Leichtigkeit zu betonen. 

 

Nahaufnahme des fertigen Motivs
Nahaufnahme des fertigen Motivs

 

Material-Liste

 

Brusho-Kristalle: http://amzn.to/2vKAVgS

 

Tinte: http://amzn.to/2tyS0xs

 

Aquarellpapier: http://amzn.to/2vuDiVH

 

Aquarellpinsel schräg: http://amzn.to/2uKV1u2

 

iPhone zum Dokumentieren: http://amzn.to/2uKSujG


Alle Links sind Affiliate-Links.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0
Die wichtigsten Materialien für Aquarellmalerei: Grundfarben, Pinsel und spezielles Papier
Die wichtigsten Materialien für Aquarellmalerei: Grundfarben, Pinsel und spezielles Papier

Aquarellmalerei für Anfänger: Welche Materialien braucht man wirklich?

 

25.01.2017

Die Aquarellmalerei ist ein spannendes Hobby, denn die Form des Gestaltens mit wasserlöslichen Farben bringt immer wieder überraschende Ergebnisse, die man nur wenig steuern und korrigieren kann. Wenn Sie abenteuerlustig sind und sich auf die interessanten Techniken des Aquarellierens einlassen möchten, brauchen Sie zunächst nur wenig, aber gutes Material.

 

Den vollen Beitrag finden Sie bei experto.de in der Kategorie Kreativität.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Tutorial für ein abstraktes Panorama von Paris in Aquarell

 

19.09.2016

Für dieses kleine Stadtpanorama habe ich mir einige bekannte Pariser Bauwerke ausgesucht und sie mit Bleistift vorgezeichnet. Dann habe ich sie mit den Grundfarben in Aquarell ausgemalt, sodass sich die Farben ein wenig miteinander vermischten. Die Basis habe ich nochmals mit verschiedenen Farben aufgefüllt und sie mit Wasser besprüht, damit sie etwas nach unten verliefen. Anschließend habe ich die Konturen mit einem wasserfesten Fineliner betont und am Ende noch ein wenig Farbe in Rot und Gelb über die gesamte Fläche gespritzt, um das Bild aufzulockern. Mit dem gleichen Stift habe ich den Schriftzug unter das Panorama gezeichnet.

 

Baum in Fantasiefarben
Rainbow Tree

 

Fantasiemotiv in Aquarell-Mischtechnik malen

 

1. April 2016

 

Manchmal habe ich einfach nur Lust, Farben auf dem Papier zu verteilen und zu beobachten, was daraus entsteht. Ohne ein bestimmtes Motiv vor Augen zu haben oder sich auf eine spezielle Maltechnik zu fokussieren, setze ich mich hin und beginne mit einer Farbe, die mich in dem Moment am meisten anspricht.

 

Mit der Lieblingsfarbe starten

 

Dazu verwende ich einen relativ dicken Rundpinsel (Gr. 12), mit dem ich abwechselnd mit dessen Seite und Spitze Farbe ziemlich nass auf meinen Malgrund setze. Wenn ich eine kleine Fläche gestaltet habe, suche ich mir eine weitere Farbe aus und versuche, ein harmonisches Gleichgewicht zu den bereits bestehenden Formen herzustellen.

 

Das Motiv bekommt ein Gesicht

 

In diesem Fall hat sich recht schnell eine runde Form ergeben, die wie eine Baumkrone aussieht. Wahrscheinlich ist sie nicht wirklich zufällig entstanden, weil ich Bäume liebe. Also habe ich das bunte Laub, das alle Farben des Regenbogens enthält, durch einen Stamm und Äste ergänzt. Da die Farben noch nass waren, konnte ich sie mit dem Pinselende verarbeiten und Linien einfügen.  

 

Kontraste mit Fineliner herstellen

 

Als Kontrast zu den eher groben Formen der Blätter habe ich schließlich mit einem schwarzen Fineliner kleine Kleckse umrahmt und feine Zweige hinzugefügt, sodass filigrane Details erkennbar werden. Diese habe ich fast ausschließlich am Rand der Baumkrone entstehen lassen.

 

Pastellfarben für den Hintergrund

 

Auch den Baumstamm und den Boden habe ich mit dem Stift ausgearbeitet, um interessante Strukturen zu integrieren. Unter der Baumkrone habe ich die feinen Äste mit dem feuchten Pinsel übermalt. Dadurch entstanden pastellige Formen, die einen dunstigen Hintergrund andeuten. Einige hängende Zweige sollen den Kontakt zum Boden herstellen.

 

Metallisch oder Schwarz?

 

Man könnte die Blätter und Zweige auch mit einem silbernen oder goldenen Stift umrahmen bzw. gestalten, aber ich war mir nicht sicher, ob der metallische Schimmer nicht zu sehr von der Farbkomposition ablenkt. Einen Versuch werde ich auf jeden Fall demnächst starten und hier davon berichten.

 

Das Bild kann in verschiedenen Größen und Materialien in meinem Shop bei FineArtPrint erworben werden: Rainbow Tree

 

 

Abstraktes Aquarell in Lasur-Technik:
Seerosen im Vintage-Look

4.08.2015

Für dieses Motiv habe ich zunächst eine Untermalung angelegt, damit das Bild später lebhaftere Strukturen bekam. Mit einem flachen breiten Pinsel habe ich grüne und rote Farbtöne willkürlich auf dem Papier verteilt und diese trocknen lassen. Anschließend habe ich die Formen der Seerosen, Stiele und Gräser mit Bleistift vorgezeichnet, um einen Überblick über die Bildaufteilung zu bekommen.

Blütenblätter farblich gestalten

Die Flächen der einzelnen Blütenblätter habe ich angefeuchtet und kräftiges Magenta hineinlaufen lassen. Später habe ich stellenweise weitere Farbtöne zu den Blättern gegeben, um den Hintergrund damit aufzunehmen und eine farbliche Verbindung herzustellen. Ich habe so viele Lasuren hinzugefügt, bis mir das Bild gefiel.

Bild abtönen und Strukturen hinzufügen

Auf das gesamte Motiv habe ich abschließend noch wenig Gelb gesprüht, damit es eine warme Note bekam. In das noch leicht feuchte Papier habe ich mit meinen Fingernägeln und mit Bleistift einige Kratzer über dem Bild verteilt. So ergibt sich ein leichter Vintage-Look


Unter den Kirchtürmen von Köln: Aquarell in Sprühtechnik


4.05.2015

 

Dieses Bild habe ich fast nur in Sprühtechnik aufgebaut. Zunächst habe ich eine reduzierte Vorzeichnung mit Bleistift vorgenommen, in der ich lediglich die wichtigsten Formen festgehalten habe. Anschließend habe ich den Himmelbereich mit dem Pinsel angefeuchtet und etwas Coelinblau aufgesprüht, so dass die Farbe verlaufen konnte und einige Partien weiß blieben. Damit der Himmel nicht so eintönig aussah, gab ich noch etwas Magentarot hinzu. 


Die Feinheiten zuerst anlegen

 

Nach dem Trocknen habe ich die Horizontlinie mit den Kirchturmspitzen und Gebäuden in Graublau angelegt, indem ich die Formen mit Wasser anfeuchtete und die Farbe hineinlaufen ließ. In die noch nassen Bereiche gab ich noch etwas Magenta hinzu, um lebhafte Strukturen zu erzielen. Während diese trockneten, legte ich die Baumstämme und Äste ebenfalls in Paynesgrau bläulich an und ließ diese ebenfalls trocknen. 

 

Farbe für Baumkronen und Pflanzen aufsprühen

 

Die Gestaltung der Baumkronen und der anderen Pflanzen habe ich nur mit der Sprühflasche bearbeitet. Ich habe dafür Saftgrün, ein warmes Gelb, Ultramarin, Magenta, Indigo und Weiß verwendet. Teilweise habe ich die Farben feucht ineinander gesprüht, aber später auch noch einmal auf dem getrockneten Papier lasierend gesprüht. 

 

Durch den relativ großen Sprühkegel hat auch der Himmel noch mehr Farbe angenommen, was ihn erstens noch ein lebhafter aussehen ließ und ihn zweitens besser an den unteren Teil des Bildes angepasst hat. Abschließend habe ich noch einmal die dunklen Bereiche des Bildes mit Indigo vertieft und die hellen mit Gelb und Weiß hervorgehoben.

 

Extra Tipps:

 

  1. Die Kirchtürme habe ich nicht komplett ausgemalt, sondern einige Bereiche weiß gelassen. Die unbemalten Stellen sollen die Fenster in den Gebäudedächern andeuten. Man muss diese nicht exakt oder detailreich zeichnen, sie wirken auch in dieser losen Form. 
  2. Wenn einige Farbbereiche zu kompakt werden, helle ich sie mit klarem Wasser auf, das ich ebenfalls sprühe. Es bilden sich helle bis weiße kleine Punkte, die wie Blüten, leuchtende Blätter oder einfach wie Sonnenreflexe aussehen. 

 

Porträt in Aquarell in Mischtechnik

 

13.04.2015


Bei diesem (Selbst-) Porträt kam es mir nicht auf die Ähnlichkeit, sondern auf die ungezwungene Technik an. Es sollte möglichst bunt werden und die Farben sollten frei fließen. 

Vorzeichnung leichter gestalten 

Weil ich zu faul war, mir eine freie Vorzeichnung zu machen, habe ich ein Foto ausgedruckt und mithilfe von Kopierpapier auf den Malgrund die wesentlichen Gesichtszüge übertragen. So kann man sicher sein, die richtigen Proportionen zu erhalten. Eine Garantie für die optimale Darstellung der betreffenden Person ist dieses Hilfsmittel übrigens nicht, denn diese erreicht man nur durch die farbliche Ausarbeitung des Porträts. Besonders beim Mund kommt es auf winzige Details an. 

Zurück zu diesem Bild: Die übertragenen Formen habe ich noch etwas mit Bleistift ergänzt. Die Stellen, die weiß oder sehr hell bleiben sollten, habe ich mit Rubbelkrepp abgedeckt. In diesem Fall waren dies nur Bereiche in den Augen. Nach dem Trocknen des Abdeckfilms kann der Farbauftrag beginnen.

Erster Farbauftrag auf nassem Papier

Auf die hellsten Partien des Gesichts habe ich Indischgelb verteilt, nachdem ich das Papier mit Wasser besprüht hatte. Konturen und dunklere Stellen habe ich zunächst mit Magenta betont. Später habe ich zusätzlich Scharlachrot für die Wangen verwendet und Schatten mit verdünntem Indigo lasierend über getrocknete Farbschichten gelegt. Auch für alle anderen dunklen Partien habe ich Indigo genommen, so auch für die Haare. Damit diese nicht so kompakt wirken, habe ich noch einzelne Strähnen mit Magenta betont. Die Iris der Augen und die Augenbrauen habe ich mit einem kühlen dunklen Grün ausgemalt und mit Indigo schattiert.

Strukturen durch gesprühten Wasserauftrag

Im Wesentlichen habe ich bei diesen Porträt nass-in-nass gearbeitet, damit sich die Farben auf dem Papier selbst mischen konnten. Um das Motiv lebhaft zu gestalten, habe ich zwischendurch immer wieder verschiedene Bereiche mit Wasser besprüht, sodass sich die Farbe in bizarren Strukturen verteilen konnte. Am Rand der Frisur habe ich außerdem noch andere Farben aufgespritzt. Nur die Details habe ich "trocken" ausgearbeitet, um dem Bild einen klaren Fokus zu geben. Das fertige Bild habe ich schließlich noch an einigen Stellen durch Farbkleckse ergänzt, indem ich diese mit kleinen Sprayfläschchen aufgetragen habe. Nachdem Trocknen des gesamten Bildes wird das Rubbelkrepp entfernt und die weißen Stellen eventuell noch etwas abgetönt. 

Akzente setzen mit Tintenstiften

Später habe ich das Porträt noch mit wasserlöslichen Tintenstiften bearbeitet und diese teilweise mit dem feuchten Pinsel vermalt. So konnte ich noch mehr Akzente setzen und einige Partien gezielter abschattieren. Aquarellstifte kann man dafür ebenfalls verwenden. 

Material für das Aquarell-Porträt 

Schmincke-Aquarellfarben in Indischgelb, Magenta, Scharlachrot, Indigo, Kobalt- oder Hookers-Grün, Ultramarinblau
Haar-Pinsel Größe 20, feiner Pinsel für Details nach Bedarf
Sprayflasche (für Blumen)
Kleine Sprayfläschchen aus der Drogerie
Gerstaecker Aquarellpapier 425 g/qm
Schmincke Rubbelkrepp 
Motiv-Vorlage
Kopierpapier
Bleistift
Derwent Inktense wasserlösliche Tintenstifte

Video-Anleitung für ein Frühlingsaquarell

Zu folgenden Aquarellen sind ebenfalls Anleitungen in Arbeit:






"Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."

                                                                             Albert Einstein




 


Newsletter

Etwa alle drei Monate werde ich einen Newsletter verfassen, in dem ich Euch die neuesten Highlights meines Fantasie-Reichs vorstelle. Wenn Ihr nichts verpassen möchtet, könnt Ihr Euch hier für den Newsletter anmelden. Wer keine weiteren Nachrichten erhalten möchte, kann sich mit dem Button darunter abmelden.


Anmelden Abmelden